Der FC Männedorf holt sich die nächste blutige Nase und geht in Zürich Seebach sang und klanglos unter. Nach einer ausgeglichen und guten ersten Halbzeit bricht das Team aus Männedorf mental und physisch ein und lässt sich von einem ebenbürtigen Gegner in der zweiten Halbzeit regelrecht vorführen.
Männedorf begann das Spiel sehr fokussiert und konzentriert. Abwehr und Mittefeld standen sehr hoch und drängten das Heimteam aus Seebach von der ersten Minute an in die eigene Spielhälfte. Die Seebacher Defensivabteilung wusste sich nur mit langen Bällen in die Spitzte zu helfen. Da die Männedorfer Abwehr im richtigen Moment den gemeinsamen Schritt nach vorne taten, standen die Seebacher Stürmer fast bei jeder Offensivaktion im Abseits. Ein Kompliment an den Schiedsrichter, der mit seinen Entscheidungen in Punkto Abseits (fast) immer richtig lag,
Männedorf spielte mutig nach vorne und kam zu einigen Abschlüssen, bei denen es noch an der nötigen Präzision mangelte. Sobald Seebach jedoch das Spieltempo erhöhte und die Abseitsfalle aushebelte bzw. der Schiedsrichter eine klare Abseitsposition übersah, wurde es gefährlich vor dem Männedorfer Tor. Mehrmals mussten die Abwehrspieler nun in höchster Not und im letzten Moment klären. In der 15. Minute dann ein erster Schreckmoment, als Goalie Gianluca Rosato vom Gegenspieler hart am Kopf getroffen wurde. Glücklicherweise konnte er nach einer kurzen Behandlungsphase wieder zurück ins Männedorfer Tor.
In der 26. Minute ging die Abseitsfalle erneut nicht auf und die komplette Abwehr überspielt wurde. Männedorfs rechter Aussenverteidiger, Noah Beutter, klärte in allerletzter Sekunde vor dem einschussbereiten Seebacher Stürmer, wobei er diesen noch am Knöchel traf und sich seine erste gelbe Karte in der laufenden Saison abholte.
Den anschliessen Freistoss verwandelte der SV Seebach direkt zum 1:0, wobei weder die Mauer noch der Goalie wirklich gut aussahen.
Das Heimteam hatte durch die Überzahl nun deutlich mehr Raum und Spielanteile. Der FC Männedorf hielt spielerisch dagegen, versuchte bis zum Ablauf der Gelbstrafe den Ball in den eigenen Reihen zu halten und setzte weiter gute Akzente im Spiel nach vorne.
Trotz aller Bemühungen fiel das 2:0 für den SV Seebach in der 32. Minute. Der lange Ball in die Tiefe der Männedorfer Spielhälfte hebelte erneut die bis dahin stabile Abwehrkette aus.
Nachdem die Gäste wieder vollzählig auf dem Platz standen, verlagerte sich das Spielgeschehen wieder vor das Tor des SV Seebachs. Kurz vor dem Abpfiff der ersten Halbzeit gelang Ruven Braunschweig der sehenswerte Anschlusstreffer zum 2:1. Alles wieder offen, so die gängige Meinung auf der Bank.
Was dann in der zweiten Halbzeit passierte, ist nur schwerlich zu verstehen, bzw. in Worte zu fassen. Der SV Seebach spielte einen recht ansehnlichen, aber nicht spektakulären Fussball und der FC Männedorf liess den Gegner nahezu ungehindert gewähren. Zahlreiche Fehlpässe, unnötige Ballverluste, kaum Laufbereitschaft und ein Zweikampfverhalten wie auf einer Yogamatte, machten es dem Team aus dem Zürcher Norden sehr einfach, bis zum Abpfiff noch sechs weitere Treffer zu platzieren. Glücklicherweise gingen die Seebacher recht fahrlässig mit ihren Chancen um, sonst hätte die Männedorfer Niederlage auch deutlich höher ausfallen können.
MEP 15.05.2023







