Am Samstagabend war es endlich soweit. Die Winterpause hatte sich ins unendliche hingezogen und so erwartete man sehnlichst das erste Meisterschaftsspiel. Für den Rückrundenauftakt empfing Zürisee United 2 den FC Kloten 2. Mit der spanischen Leichtigkeit als Direktimport aus dem Trainingslager in Alicante und den Erfahrungen aus den Testspielen sollte der erste Sieg errungen werden.
Bereits im Sommer (für die treuen Leser dieser Matchberichte ein bekannter Sachverhalt) hatte man die Hinrunde bereits mit einem Spiel in Kloten gestartet. Während damals im Stighag alle paar Minuten ein Flugzeug den nahegelegenen Flughafen anvisierte, wurden die Rollen auf dem Frohberg getauscht. Es waren die Spielerinnen von ZSU2, welche unaufhörlich auf das Tor der Klotnerinnen zu donnerten. “Die fünf WICHTIGEN ersten Minuten”, die wollte Trainerin Misch Ciancio solide und konzentriert haben (Lektion gelernt aus Testspiel, erwies sich als richtig und wichtig, denn ein Mensch scheint nur über eine begrenzte Anzahl an zu verlierenden Nerven zu verfügen). Die Azurblauen erspielten sich einige gute Chancen. Tauchte doch einmal “eine Rote” vor dem eigenen Tor auf, so vereitelte Newcomer-Goalie Sabrina Bürgi den Versuch mit bewundernswerter Ruhe. Sie legte auf der Linie einen derartigen Schwung an den Tag, man könnte glauben, sie sei direkt von der Ski-Piste gekommen. Bereits nach wenigen Minuten vereitelte sie so mit einer Glanzparade einen frühen Rückstand. ZSU diktierte das Spiel, nur das Tor fehlte noch. Gesagt, getan: Halisa Jusmani gelang mit einem Kunstschuss knapp nach der Mittellinie ein Traumtor (der Beweis, das Jusmani weiss, wie man einen Schuss zu dosieren hat). Man munkelt, das Tor sei aus dieser Distanz eigentlich kaum zu erkennen, umso umjubelter war die Führung. Das Spiel ging weiter und es gelangen einige sehenswerte Kombinationen, jedoch ohne Torerfolg. So ging es “nur” mit einem knappen 1:0 in die Pause.
Die zweite Halbzeit erwies sich als Ebenbild der ersten Halbzeit. Der technisch starke Spielaufbau des jungen Teams, dann aber eine Vielzahl an ungenutzten Möglichkeiten, dennoch spielbestimmend, aber eben nicht entlöhnt. Das Spiel gewann im Verlauf zunehmend an Härte. Während Kaja Miskovic einen Body-Check aus dem Lehrbuch im gegnerischen Strafraum erfahren durfte und nach der Flugeinlage verdattert am Boden sitzen blieb, fragte man sich, wer die nächste sein würde. Die Ursache für die ruppige Spielweise war aber bald gefunden und beinahe schmeichelhaft, in den Worten einer Klotenerin: “Diä möged eifach so mega seckle!” Man durfte dabei aber nicht ausser Acht lassen, dass es nach wie vor 1:0 stand. Das Trainerteam reagierte, brachte Wirbelwind Anouk Pfammatter in der 72. Spielminute und mit dem ersten Ballkontakt netzte diese zur 2:0-Führung ein.
Die Erlösung war es nicht. Den Klotenerinnen gelang einige Minuten später der Anschlusstreffer und das Nervenkleid der Azurblauen wurde auf Probe gestellt. “Etz mümmer nomal”, hörte man von der Bank. In der 86. Minute kam es zu einem Eckball, ausgeführt von Lina Tresch. Am hinteren Pfosten stand Anouk Pfammatter goldrichtig und verwertete per Kopf zum 3:1 Schlusstand. So wurde der erste Sieg unter Dach und Fach gebracht.
Einige blaue Flecken, gute und weniger gute Ansätze und das Gefühl der lancierten Rückrunde können aus diesem Spiel mitgenommen werden. Es macht Hunger auf mehr und wirft die Frage auf, wie weit die Zürisee-United-ische Kondition reicht.
Nächstes Spiel: Sonntag 03. April 2022, ZSU2 – FC Langnau a.A. 16:00 Uhr, Meilen
Anna-Lena Breitenmoser

Lea Caluori








