Im Auftaktspiel der Frühlingssaison verpasst der FC Kempttal den Gästen aus Männedorf eine krachende Ohrfeige.
FC Kempttal b – FC Männedorf b (10:0)
Pünktlich um 15 Uhr erfolgte der Anpfiff zum ersten Spiel der laufenden Saison. Männedorf hoch motiviert und voller Tatendrang, so zumindest der Eindruck, verlor in Minute fünf den Ball bei eigenem Einwurf unnötig an den Gegner, der zum ersten Mal kurzen Prozess machte. Zum ersten Mal an diesem Nachmittag flog die Abwehr des FC Männedorf auseinander und zum ersten Mal sah die restliche Mannschaft konsterniert dabei zu. Dieser Zustand sollte sich noch neun weitere Male auf schmerzliche Weise wiederholen.
Nach diesem ersten Tor passierten auf dem Platz zwei elementare Dinge: die Spieler des FC Kempttal entwickelten einen regelrechten Torrausch und die halbe Mannschaft des FC Männedorf verabschiedete sich geistig und moralisch vom Spiel.
Ein gewisser Jan Laslo spazierte nahezu unbedrängt und mit eine Wildcard ausgestattet durch die Männedorfer Spielhälfte und schaffte in knapp 15 Minuten einen lupenreinen Hattrick (17./19./32.). Dieses Kunststück wiederholte er beinahe in der zweiten Halbzeit (46./83.) erneut.
Nach 45 Minuten stand es bereits 6:0 und ein brasilianisches Gefühl machte sich breit.
Erklärungsversuche in der Halbzeitpause: schwierig die richtigen Worte zu finden.
Anstoss zweite Halbzeit FC Kempttal: ein einziger schneller Ballkontakt und es stand 7:0. Der FC Männedorf einmal mehr kalt und mit herunter gelassener Hose erwischt.
Vielleicht war es Mitleid, vielleicht waren es auch die netten Gespräche vor dem Spiel, in jedem Fall schalteten die Kempttaler Trainer zwei, drei, fünf Gänge herunter, was das Heimteam jedoch nicht am Tore schiessen hinderte. Jedes Tor ein Peitschenhieb. Wir litten mit dem Männedorfer Goalie. Gianluca Rosato war an diesem Nachmittag nicht zu beneiden.
In Minute 83 war es dann so weit: Treffer Nummer 10. Stich ins Herz! Zweistellige Niederlage. Wann gab es so was letztmalig? Schwierig die richtigen Worte zu finden.
In der 91. Minute dann die Erlösung. Abpfiff im einsetzenden Regenschauer. Ein Jet startet vom nahen Zürcher Flughafen und zieht hoch über dem Spielfeld eine lange Kurve in Richtung irgendwo. Die Mannschaft still, geschockt und restlos bedient. Der Trainer der Gegner bekundet sein Mitleid: das tut richtig weh. Gut so, denn wenn es jetzt nicht weh tut, wohin soll die Reise dann gehen?
Was richtig schmerzt, der FC Kempttal war nicht überragend gut. Einstellung, Moral, Kampfgeist – alles vorhanden plus der Wille dieses erste Spiel auf heimischen (Kunst)Rasen zu gewinnen. Das es gegen die verwöhnte Goldküstentruppe dann so einfach wird hat das Team wohl selbst überrascht. An einem anderen Tag, zu einer anderen Zeit wäre es gegen den FC Männedorf vielleicht nicht ganz so einfach geworden.
MEP 29.03.2023







